Acht Fragen und Antworten zur Anker Solix Solarbank 2 Pro

Das bisher beste Balkonkraftwerk-System

Neue Anker Solix Solarbank 2 Pro vor eine Hauswand

In der vergangenen Woche haben wir euch einen ersten Test der neuen Anker Solix Solarbank 2 Pro geliefert. Für mich ist es das beste Balkonkraftwerk-System, das bisher im Handel erhältlich ist. Insbesondere die hohe Eingangsleistung von bis zu 2.400 Watt an insgesamt vier Solareingängen sowie der dazugehörige Solix Smart Meter zur dynamischen Steuerung der Ausgangsleistung sind zwei Punkte, die mich sehr begeistern konnten.

Klar ist aber auch: Bei einer Anschaffung in Höhe von mindestens 1.099 Euro (zum Shop) kommen während der Kaufentscheidung einige Fragen auf. Ich habe einige eurer spannenden Fragen gesammelt und möchte euch in diesem Artikel die passenden Antworten liefern.


Wie wird der Smart Meter mit der Solix Solarbank 2 Pro verbunden?

Richtig spannend und vor allem dynamisch wird die Anker Solix Solarbank 2 Pro mit dem 99 Euro teuren Solix Smart Meter, den ihr einem Kauf bis zum 10. Juni kostenlos mit dazu erhaltet. Dieser sollte von einer Fachkraft in eurem Sicherungskasten installiert werden.

Eine direkte Verbindung zwischen Smart Meter und Solarbank ist nicht erforderlich, denn die Kommunikation erfolgt über euer heimisches WLAN. Sollte der Sicherungskasten etwas weiter vom nächsten Router entfernt sein, liegt noch eine größere WLAN-Antenne mit im Lieferumfang bei. Bei meiner Installation liegen zwei Etagen zwischen den beiden Komponenten und es gibt keine Probleme.

Können auch vier unterschiedliche Solar-Module angeschlossen werden?

Eine der großen Stärken der Anker Solix Solarbank 2 Pro: Sie verfügt über vier einzelne Solar-Eingabe mit jeweils einem MPP-Tracker zur Kommunikation und zur Steuerung der Module. Das bedeutet: Ihr könnt euer bisher aus zwei Modulen bestehenden Kraftwerk auch später noch erweitern und müsst nicht zwingend identische Module einsetzen, um Leistungsverluste zu vermeiden.

Wie werden die Zusatzbatterien miteinander verbunden?

Die Verbindung der einzelnen Zusatzbatterien ist denkbar einfach, denn es sind keine Kabel notwendig. Die Zusatzbatterien haben oben und unten Kontakte und können einfach gestapelt werden. Die Solarbank selbst wird ganz oben aufgesetzt. Bis zu fünf Zusatzbatterien und eine Solarbank, alle mit je 1,6 Kilowattstunden Kapazität, können so gestapelt werden. Die Anker Solix Solarbank 2 Pro ist übrigens 25,4 Zentimeter hoch, die zusätzlichen Akkus sind mit 23,3 Zentimetern einen Hauch kleiner. Ab drei Akkus sollte man den „Turm“ an der Wand befestigen.

Kann der Akku auch netzseitig aufgeladen werden?

Die Anker Solix Solarbank 2 Pro verfügt über einen eigenen AC-Ausgang mit bis zu 1000 Watt Leistung, so dass man auch bei einem Stromausfall (dann schaltet sich die der netzseitige Wechselrichter der Solarbank wie jedes Balkonkraftwerk aus) ausgewählte Geräte weiter mit Strom versorgen kann. Einen AC-Eingang, um die Akkus beispielsweise im Winter mit zeitweise günstigem Strom aus einem dynamischen Stromtarif auszuladen, gibt es aber nicht.

Möglich wäre so ein Szenario mit dem EcoFlow PowerStream Wechselrichter und einer Powerstation von EcoFlow.

Wie viel Strom kann man im Winter generieren?

Selbst bei gutem Wetter scheint die Sonne im Winter deutlich weniger lang. Trotzdem kann man noch ordentlich Strom generieren, wobei natürlich vier Solarmodule sehr hilfreich sind. Im besten Fall sind diese im Winter auch noch etwas steiler aufgestellt, also etwa mit 30 bis 45 Grad, um den Ertrag zu erhöhen.

An guten Tagen im Winter habe ich mit meinen vier Modulen in der Zeit von November bis Februar immerhin 3 bis 4 Kilowattstunden Solarenergie ernten können. An sonnigen Tagen im Mai waren schon 8 bis 10 Kilowattstunden drin.

Wie viele Akkus braucht man und was passiert, wenn sie voll sind?

Eine schwierige Frage, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Aktuell fahre ich mit 3,2 Kilowattstunden, ich werde mein System aber wohl noch mindestens um eine Batterie erweitern. Ich würde hier immer auf euren durchschnittlichen Verbrauch von 20 bis 8 Uhr achten und mich grob an den verbrauchten Kilowattstunden in diesem Zeitraum orientieren.

Sind Anker Solix Solarbank 2 Pro und Zusatzakkus komplett aufgeladen, was bei Sonnenschein schon mittags der Fall sein kann, wird der eingehende Solarstrom (natürlich begrenzt auf 800 Watt) in das Netz eingespeist. Irgendwann ist dann euer Hausverbrauch wieder höher als der eingehende Solarstrom und der Akku entleert sich langsam.

Nach wie vielen Jahren rechnet sich die Anker Solix Solarbank 2 Pro?

Auch eine Antwort auf diese Frage kann nicht pauschal gegeben werden. Klar ist: Im Zusammenspiel mit dem Solix Smart Meter und dem Akku ist der Eigenverbrauch deutlich höher als bei einem Balkonkraftwerk ohne diese Extras. Laut Anker kann man so 70 Prozent mehr selbst erzeugten Strom verbrauchen und 251 Euro mehr pro Jahr sparen.

Das allerdings bei einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde, was derzeit doch etwas hoch gegriffen ist. Bei 30 Cent würde man rund 190 Euro pro Jahr sparen. Damit hat sich die Anker Solix Solarbank 2 Pro nach knapp sechs Jahren amortisiert, bei einer Lebensdauer von mindestens 15 Jahren (danach ist sie ja nicht von einem Tag auf den anderen hinüber). Hinzu rechnen muss man dann noch Anschaffungskosten für Solarmodule und Halterungen.

Smart Meater von Anker im Schaltschrank

Oder doch lieber die Anker Solix Solarbank 2 Plus?

Für 100 Euro weniger verkauft Anker noch eine etwas abgespeckte Variante, die Anker Solix Solarbank 2 Plus. Diese ist zwar nur erweiterbar, bietet aber nur zwei Solareingänge mit zwei MPP-Trackern. Falls ihr dauerhaft nur mit zwei Solarmodulen plant (und euch da ganz, ganz sicher seid) und auch die Not-Steckdose nicht benötigt, könnt ihr auch zu dieser Solarbank greifen. Auch die Anker Solix Solarbank 2 Plus kann erweitert werden und funktioniert mit dem Solix Smart Meter.

Was ist mit der alten Solarbank von Anker?

Die im letzten Herbst gestartete Anker Solix Solarbank der ersten Generation ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht kompatibel und lange sah es danach aus, als würde sich daran auch nichts ändern. Quasi mit dem Verkaufsstart hat Anker uns dann versprochen: Es wird an einer Lösung gearbeitet. Die wird aber wohl erst im vierten Quartal 2024 fertig.

Anker Solix Solarbank 2 Pro

1.199 EUR 1.099 EUR

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Kommentare 9 Antworten

  1. Moin,

    Wie kommst du denn auf 190€/Jahr Ersparnis? Wenn ich das durch 30 Cent /kwh teile komme ich auf 633 kWh/jahr.

    Das schafft doch sogar ein balkonkraftwerk ohne Speicher und 2 Module.

    Sollte man hier nicht von mindestens dem doppelten bis dreifachen an kWh/ Jahr rechnen?

    1. Wie ich es verstanden habe, bezieht sich die Ersparnis hier nur auf die zusätzliche gesparte Energie durch die Speicher, nicht auf das gesamte System.

      Letztlich gibt es sehr viele Variablen in diesem System. Im Winter kannst du bei so einer kleinen Anlage wahrscheinlich davon ausgehen, dass im Speicher fast nichts landet, selbst wenn mal viel Sonne scheint.
      Und generell hängt es von der Leistung der Module ab, die Rechnung von Anker passt vielleicht nur für ein System mit 4 Modulen, sind es weniger, ist die Ersparnis auch geringer, da die Speicher seltener ausgereizt werden können.

  2. Sprechen wir denn bei 4 Modulen eigentlich noch von einem Balkonkraftwerk? An einem normalen Balkon dürfte ja meistens nur Platz für 1-2 Module sein?

    Wenn man, wie bei dir, ein eigenes Dach hat, sollte man dann nicht lieber eine richtige PV Anlage aufs Dach montieren lassen, bei der man für den eingespeisten Strom dann auch Geld bekommt und man auch die komplette Fläche des Dachs ausnutzen kann?

    Das gesparte Geld dürfte bei einem echten Balkon wahrscheinlich weniger sein, da der Winkel ja meistens eher steil ist und in der Stadt zu bestimmten Zeiten vielleicht sogar noch von Nachbarhäusern oder Straßenbäumen verschaltet wird, je nach Etage und Lage.

    1. Glaub die Anzahl der Module ist egal, so lange man nicht die 800 Watt übersteigt. Mein Anbieter hatte damals auch Sets mit 2-4 Modulen im Angebot. Ich hab nur 2. Akku hab ich bisher nicht gekauft, weil sich das bisher nicht gerechnet hat.

      1. Der Vorteil bei mehreren Modul ist, dass du halt mehr Sonne über den Tag einfangen kannst. Aber auf kleinen Balkonen ist meistens bei zwei Modulen Schluss, das stimmt schon. Der Wechselrichter regelt ja, dass nicht mehr als 800 Watt eingespeist werden, auch wenn vier Module zB mehr erzeugen könnten.

  3. Ohne jetzt zu wiederholen was die anderen (meiner Meinung nach) richtig errechnet haben: Auch bei meinem Verbrauch (3,5 MW pro Jahr) würde die gesamte erzeugte Tagesleistung verbraten, so daß ein Speicher – schon gar nicht ein Erweiterter – nicht nennenswert zum Zuge käme, also rein rausgeschmissenes Geld wäre.

  4. Hallo Fabian, danke für den ausführlichen Bericht! 👍🏻

    Wir haben seit Ostern das Zendure AIO 2400 laufen und sind grundsätzlich zufrieden. Eine Sache stört allerdings sehr: die dynamische Anpassung mittels Shelly Pro 3EM ist sehr, sehr träge – vermutlich weil alles über die Zendure-Cloud läuft. Die Stromausgabe ist leider auch immer etwas unter dem reellen Verbrauch und das obwohl der Akku voll ist ☹️

    Kannst du kurz einmal schildern wie schnell das Anker-System mit dem Smart Meter reagiert und schnellen Leistungsanstieg von sage ich mal 50W auf mehrere hundert Watt bewältigt?
    Und wie gut wird die Stromausgabe an den Verbrauch angepasst – liegt man immer etwas darunter oder darüber und hat man Einfluss darauf?

    Danke und Gruß, Frederick

    1. Ich hab das Ankersystem (Solix Solarbank 2 Pro mit einem Erweiterungsakku) seit 14 Tagen verbaut. Das System reagiert extrem schnell (immer <3 Sekunden, i.d.R. <1s) und kann nahezu eine Nulleinspeisung gewährleisten (fast immer im Bereich von max. +- 10 Watt). Ich verschenke so maximal 0,03 kWh am Tag (das sind aber größtenteils die Ausschaltspitzen, die entstehen, bevor der Akku nachregeln kann).

      Gruß
      Felix

  5. Vielen Dank für die nützlichen Hinweise! Zwei Fragen:
    1.Kann man an der Notstromdose des Ankersystems einen Verbraucher anschließen, auch wenn das System am Hausnetz hängt? (Damit könnte man ja die Begrenzung von 800W Hausunterstützung quasi erhöhen)
    2.Ist für den Betrieb an irgendeiner Stelle Cloud-Zugriff nötig? Wir wissen alle, wie schnell mal eine Tech-Firma die Lust verliert, und ich würde gern auch in 5 Jahren noch in der Lage sein, daß System neu zu starten…

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